Heinzelmännchen Amadeus lebt vergnügt im Regal - Mannheimer Morgen

Die ehemalige Direktorin des Lessing-Gymnasiums schrieb ein Kinderbuch für ihre Enkelin

11.10.06

Amadeus und Theodor haben es in sich. Der Heinzelmann und der Gartenzwerg werden, so verschieden sie auch sind, dicke Freunde. Der eine lebt im Abfluss, der andere im Bücherregal. Dritte im Bunde ist die Schildkröte Anselmus. Das Trio fühlt sich pudelwohl in der Wohnung von Uta Vater in Feudenheim. Das Bücherregal steht dort, den Abfluss gibt es auch und die Schildkröte sowieso. „Eigentlich", lächelt die Autorin eines Kinderbuches, das am 18. Oktober auf den Markt kommt, das sie aber vorab schon mal auf der Feudenheimer Kerwe am Wochenende vorstellt, „habe ich gar nichts erfinden müssen."

Uta Vater war bis vor drei Jahren Direktorin des Lessing-Gymnasiums. Dann ging sie vorzeitig in den Ruhestand und fing mit ihrem nächsten Leben an. Dass Ruhestand nicht Rückzug bedeuten würde, war ihr von vorneherein klar. Ob sie nun auf dem Rücksitz eines Motorrad, das ihrem Sohn und Buchautor Thomas gehört, durch Kambodscha fuhr, in Italien auf Kunstspuren wandelte, sich Großbritannien gefallen ließ, Ausruhen war nicht eben ihre Devise.

Ehrenamtlich arbeitet die ehemalige Schulleiterin mit im Leseladen in der Neckarstadt. Dort bringt sie jungen türkischen Mädchen Deutsch näher, nicht zur schulischen Nachhilfe, sondern weitergehend. Sie liest Romane mit den Kids, mit einer analysiert sie auch den „Mannheimer Morgen".

Schon als ihre Söhne Patrick und Thomas klein waren, erfand Uta Vater gerne Geschichten, erzählte abends von kleinen Wesen, die allerlei erlebten, hatte großen Spaß daran, die Figuren zum Leben zu erwecken. Als Enkelin Penelope in Berlin auf die Welt kam, floss eine Geschichte nahezu in den Computer. Uta Vater erfand Amadeus und Theodor. Die Namen kommen von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, einem Dichter, gemeinhin bekannt als ETA Hoffmann, den die Autorin liebt. Anselmus ist ihre Schildkröte, die übrigens auch nach einer ETA-Figur benannt wurde.

Wenn Uta Vater über Märchen spricht, könnte man ewig zuhören, so lebendig erscheinen die Figuren. Amadeus, das Heinzelmännchen, stammt ursprünglich aus Köln, wo bekanntlich seine Vorfahren für die Stadt arbeiteten, aber im Verborgenen bleiben mussten. Das gelang, bis eine neugierige Frau Erbsen auf die Treppe streute. Die Heinzels zogen um, einige nach Mainz zum Fernsehen. Der Opa von Amadeus aber wollte kein Star werden und zog in einen Bücherschrank. Der Nachfahr lebt nun in einem Bücherregal, „das achte von unten, das zweite von oben," sagt Uta Vater und deutet auf ihr Regal. Dann erzählt sie weiter von Tintenfässern und einem Heinzelmann, der sich arg schämt. Und von Theodor, dem Gartenzwerg, dessen Urvater ein Feldzwerg war. Das ist lang her und nun lebt der Enkel in einem Abfluss an der Terrasse. Den Abfluss gibt es und statt eines Zwerges wohnen dort zwei Kröten. Die müssen, wie Theodor, den Bauch einziehen, wenn sie sich nach oben zwängen wollen.

Wie die beiden zusammenfinden und dann auch noch mit der Schildkröte eine Freundschaft knüpfen, das soll hier nicht verraten werden. Das steht im Buch geschrieben. Und gezeichnet. Denn Barbara, Eckert-Stahl hat wunderschöne Motive hinzugefügt. Uta Vater ist begeistert von den Illustrationen der Künstlerin.

Und ein wenig überrascht davon, dass ihre Geschichte überhaupt ein Buch gibt. Eigentlich, sagt sie, habe sie Barbara Waldkirch, die sie kannte, ihr Märchen zum Lesen gegeben, um eine professionelle Meinung zu hören. Barbara Waldkirch gehört der renommierte Verlag gleichen Namens, der seit dem 16. Jahrhundert existiert. „24 Stunden später hat sie angerufen und gesagt, Frau Vater, das machen wir", freut sich die Autorin. In einer Auflage von 2000 soll es erscheinen. „Ob das nicht ein wenig viel ist?" fragt sich Uta Vater und kann`s noch gar nicht so recht glauben. Sie wird am 18. Oktober um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Linde in Feudenheim lesen, dort, wo sie so gerne Bücher einkauft. Den Inhaber, Helmut Linde, schätzt sie sehr.

Aufgeregt wird sie schon sein an dem Abend, an dem auch die Illustratorin kommen wird, aber Uta Vater hat so viele Reden in ihrem Schulleiterleben gehalten, so spritzige, tiefgründige, humorvolle, da sollte ihr nicht bange sein. Theodor und Amadeus allerdings sind doch etwas anderes, meint sie, eigene Gestalten, die Leben eingehaucht bekommen haben. Für Enkelin Penelope übrigens, das steht klar als Widmung im Buch.

• „Amadeus und Theodor, von Heinzelmännchen und Gartenzwergen" von Uta Vater kostet 16,80 Euro.

Bild: Uta Vater aus Feudenheim in ihrem Garten. Hier hausen zwei Kröten, in ihrem Märchen ist es ein Zwerg.


   

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