Der Mittelstand hält die deutsche Wirtschaft im Gleichgewicht - Mannheimer Morgen

Barbara Waldkirch ist Chefin eines kleinen Verlags in Mannheim / Arbeitstage über zwölf Stunden sind die Regel

22.11.06

Die Rolle einer Unternehmerin übernahm Barbara Waldkirch erst relativ spät und auf Umwegen. Wie viele andere Frauen, die an der Spitze von Firmen stehen, kam sie durch Heirat zu ihrer Position. Ihr Mann, langjähriger Chef der Mannheimer Waldkirch-Gruppe, die neben einer Agentur für Produktion im Print- und Media-Bereich auch noch einen kleinen Verlag umfasste, plante eine Umstrukturierung. Die WAP Waldkirch Produktion GmbH, die sich vor allem der Optimierung von Druckprozessen widmet, sollte von dem traditionsreichen Verlag getrennt werden. Auf der Suche nach einem Geschäftsführer dachte Ralf Waldkirch an seine Frau.

„So nach dem Motto, die drei Kinder sind jetzt ja groß genug, da kannst du noch etwas tun", erinnert sich Barbara Waldkirch. So übernahm sie 1992 die Leitung der Waldkirch KG Verlag-Druck-Agentur und begann schnell damit, das lange Zeit brachliegende Verlagsgeschäft wieder zu aktivieren. Vier bis acht Bücher gibt der Kleinverlag, der stolz auf seine Wurzeln aus dem Jahr 1542 verweist, inzwischen jedes Jahr heraus. „Bücher aus der Region für die Region" umreißt die Chefin den Verlagsschwerpunkt. So gehört zu den Neuerscheinungen ein Bildband über den "[Katalog="192"]Waldpark Mannheim[/Katalog]". Es gibt Chroniken der Eichbaum-Brauerei und des SV Waldhof und zahlreiche Mundartbände.

Außerdem verlegt Frau Waldkirch auch Biographien von Kurpfälzern. Die Finanzierung wird in solchen Fällen durch einen Druckkostenzuschuss der Autoren ermöglicht.

Doch als Mittelständler darf man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. So hat die agile Unternehmerin, die auch im Präsidium der Industrie- und Handelskammer sitzt, vor rund einem Jahr gemeinsam mit ihrem Mann einen dritten Unternehmensbereich ins Leben gerufen:

Eine Yoga-Schule mit momentan fünf Lehrern, die vor allem gestressten Unternehmern und Managern, aber auch Privatleuten, helfen soll, ihre Lebens-Balance zu finden. „Unsere Familie setzt schon seit 20 Jahren auf diese fernöstliche Philosophie," so Frau Waldkirch. „Wir sind von der Wirksamkeit überzeugt."

Was muss man als mittelständischer Unternehmer beachten, wenn man erfolgreich sein will? Neben einem Arbeitstag von über 12 Stunden täglich ist Flexibilität für die Mannheimerin oberstes Gebot. So hat sie sich mit ihrem kleinen Verlag eine lukrative Nische gesichert, während vor dem Hintergrund eines schwierigen Buchmarkts und der Dominanz der großen Verlage viele Mittelständler ums Überleben kämpfen. Auch ist die Stammbelegschaft der Gruppe mit 12 Mitarbeitern relativ klein, während das „Reservoir" an „freien" Kooperationspartnern mit 250 sehr groß ist. So bleibt das unternehmerische Risiko übersichtlich.

Ganz wichtig ist ihr auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. „Als Mittelständler kann ich mir nicht leisten, meine Beschäftigten ständig zu kontrollieren, jeder Mitarbeiter ist für seinen Bereich und seine Projekte selber verantwortlich." Da der Schwerpunkt des Verlags in der Region liegt, sind für Frau Waldkirch gerade Kontakte und Netzwerke in Mannheim und Umgebung von großer Bedeutung. Deshalb engagiert sie sich bei der IHK, im Forum Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für das Gründerinnenzentrum.

Diese politische Tätigkeit erlaubt ihr natürlich auch, sich für den Mittelstand einzusetzen und ihre Wunschliste ist nicht klein. Ganz oben steht die Abschaffung bürokratischer Regelungen. „Seit 2004 gibt es beispielsweise verschärfte Anforderungen an die Rechnungsstellung", führt sie ein Beispiel an. „Ich könnte eine halbe Kraft einstellen, die sich nur damit beschäftigt, die eingehenden Rechnungen darauf zu überprüfen, ob auch alle formellen Details erfüllt sind. Es müssen ständig neue Vorschriften beachtet werden. Wir arbeiten ja noch selber, akquirieren, verwalten..., das können wir nicht alles schaffen."
Trotzdem bleibt ihr noch Zeit, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen wie die eben erwähnte Yoga-Schule.

Erstmalig hat sie jetzt auch ein Kinderbuch verlegt (siehe nebenstehenden Artikel). Ein Projekt, das auch ein Beispiel für die Verwurzelung in der Region ist. Die Autorin ist die ehemalige Direktorin des Mannheimer Lessing-Gymnasiums, Uta Vater.




   

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