Der Mannheimer Journalist Leo Barth übte den aufrechten Gang

Ein Mann der Zeitgeschichte - Mannheimer Morgen

17.04.07

Es ist ein Stück Zeitgeschichte, das Autor Johannes Barth hier zeichnet, eines aus unseligen Jahren, aber es ist noch viel mehr: Der Journalist Johannes Barth, Jahrgang 1935, in Mannheim bekannt auch als Vorsitzender der deutsch-israelischen Gesellschaft, hat sich seinem Vater, Jahrgang 1893, angenähert. Der war ebenfalls Journalist und diente dem Sohn als Vorbild. Und er bewies, dass man auch in Diktaturen den aufrechten Gang beibehalten kann. Insofern geht das Buch eigentlich alle an, die Älteren, die sich noch erinnern mögen wie die Jungen, die etwas über Zivilcourage lernen können.
Der liberal denkende Leo Barth, der Toleranz und Menschlichkeit auf seine Fahnen geschrieben hatte, geriet mitten hinein in die unmenschlichste Zeit der deutschen Geschichte. Und das als Journalist, als einer, dem jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wurde von Diktatoren. Er hielt stand, gab sich nicht hin und sprach den Machthabern nicht nach dem Munde, was zweifelsohne das einfachste gewesen wäre. Stattdessen äußerte er sich kritisch, sei es über die damalige Missachtung der Kunst, über politische Zusammenhänge, über Menschliches.

Ein Leo Barth wäre nie abgerückt von den Freunden, die er schätzte, nur, weil ein Regime ihm das vorschreiben wollte. Im Gegenteil, selbst als Soldat oder als Gefangener, blieb er sich selbst und seinen Grundsätzen treu. Er wurde verhaftet, verhört, verwarnt, er verlor zwischendurch seine Arbeit, aber er blieb standhaft.

Der Sohn, der später selbst Journalist wurde und ebenfalls den aufrechten Gang geht, etwa in der Verteidigung des von vielen angefeindeten Staates Israel, hat mit Hilfe der Geschwister, geordnet und gesichtet, was der Vater hinterließ. Er lässt die Erinnerungen lebendig werden und zeigt damit, dass es möglich ist, seinen Charakter, seine Persönlichkeit zu behalten, selbst in dunkelster Zeit. Auch in Mannheim, denn Leo Barth war ein Mannheimer aus Überzeugung. Einer, der auch betont, dass Mannheim von den Nazis nicht wohlgelitten war. Hitler kam nach 1933 nie mehr zu Besuch. Dieses Buch ist zweifelsohne hochpolitisch. Aber das alleine ist es nicht. Es ist zugleich ein menschliches Zeugnis einer Mannheimer Familie, die miterleben musste, wie alles, wofür sie stand, mit den Füßen getreten wurde. Und die zeigte, dass man trotzdem sich selber treu bleiben kann.

Johannes Barth: „Leo Barth, Mannheimer Journalist zwischen den Weltkriegen", Verlag Waldkirch, wird am 26. April im Verlag vor geladenen Gästen vorgestellt und ist in Mannheimer Buchhandlungen erhältlich.

Bild:
Johannes Barth mit seiner Frau bei einem Besuch in Israel.


Buchtitel:
[Katalog="266"]Leo Barth - Mannheimer Journalist zwischen den Weltkriegen[/Katalog]

Autor:
[Autor="25"]Johannes Barth[/Autor]

   

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