Verlegerin rettet traditionsreiche Buchhandlung

Mannheimer Morgen - FEUDENHEIM: Barbara Waldkirch führt Helmut Lindes Laden fort

29.06.07

Eine Feudenheimer Institution ist gerettet: Die frühere Buchhandlung Linde in der Hauptstraße 71 wird von der Feudenheimer Verlegerin Barbara Waldkirch geführt - als neue „Verlagsbuchhandlung Waldkirch". Im Laden steht dann wieder der den Feudenheimern vertraute Helmut Linde, ebenso seine langjährige Mitarbeiterin Gabriele Schwarz. Doch die kann man auch schon beim „1. Feudenheimer Sommer-Raus-Verkauf" treffen, wenn am Samstag von 13 bis 20 Uhr alte Auflagen und Bestände angeboten werden.

Helmut Linde, der über 30 Jahren den „Gutenberg-Treff" und Künstlerkeller in der Kunststraße führte, hatte sich 1995 eigentlich zur Ruhe setzen wollen, doch die Liebe zu den Büchern ließ ihn nicht los. An seinem Wohnort Feudenheim eröffnete er daher vor zwölf Jahren in der früheren Drogerie Maurer eine Buchhandlung, die sich durch Lindes individuelle Betreuung der Kunden sowie viele von ihm organisierte Kulturveranstaltungen und Lesungen schnell etablierte. Im vergangenen Jahr musste er zwar sein altes Domizil verlassen; er zog aber ein paar Hausnummern weiter in das frühere Optik-Geschäft und glaubte, auch einen guten neuen Partner gefunden zu haben. Ein Buchhändler, der schon Filialen in Oggersheim und Frankenthal betrieb, übernahm Lindes Firma. Doch dieser musste nun aus gesundheitlichen Gründen aufhören - er war nach einer Auslandsreise schwer erkrankt. Aber davon unabhängig fehlte den Kunden eben auch Helmut Linde als Ansprechpartner, seine liebevolle Art des Umgangs mit Lektüre und Lesern, zudem hatte sich das Sortiment zuletzt stark verkleinert.

Barbara Waldkirch wagt nun einen Neuanfang, „aber nur weil Helmut Linde bereit war, noch einige Zeit den Frontmann zu machen." Beide kennen sich schon lange, beide eint die bibliophile Begeisterung. Barbara Waldkirch führt schon lange den von ihrer Schwiegermutter übernommenen, auf das Jahr 1542 zurückgehenden Verlag, in dem sie Mannheimer Mundartbücher, aufwendig gestaltete Bildbände über Mannheim, Opernführer zum Schmunzeln oder Märchen für Kinder herausbringt. Zudem ist sie als Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar engagiert und hat bei und mit Linde oft Lesungen veranstaltet. Nun wollte sie nicht, „dass dieses Feudenheimer Kleinod untergeht", wie sie betont.

„Die Feudenheimer erwarten hohes Niveau, große Auswahl und entsprechendem Service",
weiß sie - und genau das will Barbara Waldkirch ihnen bieten. Neben einem guten, allgemeinen Sortiment soll der Schwerpunkt auf Büchern aus und über Mannheim und auf Mundart liegen, zudem gibt es eine besondere Ecke mit Kinder- und Jugendbüchern. Ausgebaut werden sollen die Angebote rund um Gesundheit sowie Essen und Trinken.

Linde sagte zu, noch zwei Jahre, bis zu seinem 80. Geburtstag, im Laden zu stehen. Bis dahin will Barbara Waldkirch einen Nachfolger gefunden haben, zuvor auch selbst „ab und zu mal" da sein. Wichtig sei ihr, weiter mit den umliegenden Geschäften und dem Bund der Selbstständigen zu kooperieren, den von Linde initiierten Veranstaltungen einen Raum zu geben. Den Anfang macht eine Fotoausstellung mit Aufnahmen aus dem Feudenheim der 30er Jahre von Adam Uhrig. „Wir wollen helfen, die Feudenheimer Hauptstraße attraktiv zu halten", so Waldkirch.


Bild:
Dieses Team sorgt für den Neuanfang: Helmut Linde und Barbara Waldkirch, im Hintergrund Gabriele Schwarz in der neuen Verlagsbuchhandlung Waldkirch.



   

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