Siegfried Laux liest Texte von Hanns Glückstein in der Verlagsbuchhandlung Waldkirch



01.01.08

Kraft schöpfen an der "Pälzer Heimatsunn"

Er gehört zu den populärsten Mundartdichtern Mannheims und des gesamten Rhein-Neckar-Raumes. Niemand konnte seine Heimat mit all ihren Eigenheiten in so feinsinnige und auch so herzhafte Worte fassen, wie Hanns Glückstein. Dass dieser Poet nicht in Vergessenheit gerät, ist seinem Großneffen Siegfried Laux zu verdanken, der ebenso wie einst die unvergleichliche Elsbeth Janda nicht müde wird, ihn durch die Rezitation seiner Verse wieder aufleben zu lassen. In der Verlagsbuchhandlung Waldkirch bereitete Laux den vielen Gästen mit Auszügen aus dem Leben und den Werken Glücksteins einen heiter-besinnlichen Abend.

Den kurpfälzer Dialekt, die Mannheimer Mundart, die Mudderschprooch zu bewahren - das wähnten in ihrer Begrüßung die Buchhändler Helmut Linde und Barbara Waldkirch als besonders wichtig. Kein noch so gewandtes Hochdeutsch kann ausdrücken, was der Dialekt vermag: Er bringt durch seine Melodie die ganz eigene Stimmung einer Region zutage, und kaum jemand konnte das "Kurpfälzer Lied" so virtuos "singen", Land und Leute so treffend in seinen Versen widerspiegeln, wie Hanns Glückstein.

Durch Poesie den Alltag vergolden

Es ist kaum zu glauben, welch großes umfassendes Werk dieser Dichter neben seiner Tätigkeit als Bankdirektor geschaffen hat. Er liebte es nicht nur, die kleinen alltäglichen Begebenheiten humorvoll zu beschreiben; sein Anliegen war es nach Laux auch, den unter der damaligen Not leidenden Zeitgenossen Mut zu machen und ihnen den Alltag durch Poesie zu vergolden.

Wärme und Lebensfreude strahlen aus allen Gedichten dieses Mannes, der in seinem "Rückblick auf die Kindertage" so spitzbübisch von seiner Freiheit auf der (damals noch nicht von Schienen durchzogenen) Mühlauinsel berichtete, der die Sinnesfreuden vor allem in der Pfalz genoss, aber auch mit Unbehagen dem technischen Fortschritt entgegensah. Nicht selten warnt er vor der all zu schnell voranschreitenden Entwicklung, um sie dann nahezu staunend zu akzeptieren, wie den Einzug der Rechenmaschine in der Bank oder das Aufkommen der ersten Grammophone.
Liebeserklärungen an die Pfalz

Wahre Liebeserklärungen sind seine Verse über die Pfalz: hier in der Pälzer Haardt, wo er sich am liebsten vom Großstadtpflaster erholte, da schien ihm die "Heimatsunn", da schöpfte er seine Kraft. Gut 20 Gedichte trug Laux vor: mal waren sie deftig und voller köstlicher Ironie, wie die Geschichte vom Babbe, der das große Wort führt, "wenn die Mamme verreest is"; mal strahlten sie Liebe und Zärtlichkeit aus wie bei der Ankunft des "Sandmännsche" oder "Im kleinen Stübchen", wo das "Boppele sei Schoppele" bekommt.

Mannheimer Morgen
30. Januar 2008

   

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