Mitten im Tatort: Krämer liest Spargelkrimi

SPARGELMORD Manfred H. Krämer liest vor Ort bei Familie Steinmetz aus seinem Krimi

16.05.11

LAMPERTHEIM

(tik). Spargelzeit - die wohl schönste Zeit in der Spargelstadt, die dann so richtig erwacht. Die dustere und gefährliche Seite der Spargelhäuschen stellte Manfred H. Krämer am vergangenen Sonntagabend bei seiner Lesung auf dem Gelände der Familie Steinmetz zur Schau. Sein aktueller Krimi „Spargelmord“ ist der erste der bislang vier Bergstraßen-Krimis, der in Lampertheim spielt und auf den realen Gegebenheiten der Spargelfelder rund um die Böllenruthen beruht.

In der Kombination mit einem leckeren Spargelessen - von Spargelsalat über Suppe zu Stangenspargel - versprach der Abend nicht nur ein kulinarischer, sondern auch ein geistiger Genuss zu werden. Während Krämer direkt am Spargelacker las, saß das Publikum praktisch mitten im Tatort, was die Worte um Blut, Verfolgung und Mord noch eindringlicher wirken ließ.

Fotoausstellung im Spargelhaus

Atmosphäre schuf Krämer auch durch seine Stimme, die Betonung und die bissigen Kommentare zu Figuren und Verhältnissen. Bereits nachmittags durfte sich die Spargelstadt auf die Lesung am Abend einstimmen. Auf dem Hof der Familie Steinmetz konnten sich die Lampertheimer die Fotoausstellung im Spargelhaus ansehen oder die Maschinen zum Anbau und zur Ernte sowie die Tiere genauer betrachten. Ebenso war Krämers Signierstunde gefragt.

Gerade die Verbindung zwischen dem Spargel, der Heimat und den plastischen Figuren dürften zum schnellen Erfolg des Buches beigetragen haben. Nicht nur die Charaktere Solo und Tarzan, die als privat ermittelndes Pärchen mittlerweile zu Konstanten seiner Heimatbücher geworden sind, auch die Vielfalt an atemlosen Dialogen und die Bissigkeit mit der Krämer so manches Klischee auf die Schippe nimmt, sind aus dem Leben gegriffen. „Jede meiner Figuren läuft irgendwo so rum. Sie sind zusammengesetzt aus Eigenschaften, die ich selbst erlebe“, erklärt der Autor.

Verfolgungsjagd mit einem Traktor

Erleben durften die Spargelstädter am Wochenende vor allem die Figuren und Charaktere: Mit dem ein oder anderen Witz in der Erklärung seiner Lektüre, aber auch mit viel Mimik, Gestik und Stimmgefühl riss er die Persönlichkeiten geradezu aus seinem Buch „Spargelmord“ heraus und präsentiert sie dem Publikum, so dass ein kleines Schauspielspektakel entstand. Der Höhepunkt der Lesung „vor Ort“ war aber wohl die spannende und real inszenierte Verfolgungsjagd mit einem Traktor, die auch im Werk für Spannung sorgt.

Nicht nur die Karikatur der Lampertheimer Landwirte überzeugt im literarischen Werk, das Krämer in den 60er-Jahren angesiedelt hat. Im Volksmund kurseieren die Diskussionen über etwaige Morde bereits seit Jahrzehnten. Sie dienten als grausiges Vorbild.

Während gerade die Diskussion um die Spargelhäuschen im Buch zum Ehestreit bei Solo und Tarzan führen, so setzt Krämer als Mensch selbst damit seiner Heimat ein Denkmal. Dass die Ermittler dabei selbst zwischen die Fronten geraten, dürfte bei einem guten Krimi zu erwarten sein. Und gut ist er ohne Zweifel, spätestens nachdem man die Lesung von Krämer nicht nur gesehen, sondern auch erlebt hat.

Fotostrecke

Manfred H. Krämer las den Zuhörern aus seinem Krimi vor - das Publikum saß quasi mitten im Tatort. Fotos: AfP Asel

Lampertheimer Zeitung

 

Leseprobe

Spargelmord“. Waldkirch Verlag,
264 Seiten, 9,95 Euro.



   

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