Gründung der ersten Familiengenossenschaft Deutschlands

Gründungsmitglieder: Verlag Waldkirch und WAP Waldkirch Produktion GmbH

16.09.06

Bundesweit erste Familiengenossenschaft nimmt in der Metropolregion ihre Arbeit auf.

Mannheim: Zwischen der ersten Idee und der Verwirklichung lagen fünf Jahre, aber seit gestern ist die Familiengenossenschaft in der Metropolregion Wirklichkeit. Insgesamt 18 Gründungsmitglieder hat die Genossenschaft: Die Unternehmen John Deere, SRH, SNP AG, die Firmengruppe Waldkirch sowie die IHK Rhein-Neckar und 13 Tagesmütter, die sich spontan für die Idee der Genossenschaft begeistern konnten.

Die Funktionsweise der Familiengenossenschaft ist einfach: Tagesmütter, deren Qualifikation den Anforderungen entsprechen, kaufen sich mit 100 Euro in die Genossenschaft ein. Firmen zahlen 500 Euro Basiseinlage sowie weitere 500 Euro pro betreutem Kind. Diese Einlagen entsprechen dem Grundkapital der Genossenschaft, sie werden verzinst und beim Ausscheiden eines Genossen auch zurückgezahlt. Möglich wurde diese Form der Genossenschaft durch eine Neufassung des Genossenschaftsrechts, die erst vor wenigen Wochen in Kraft trat.

Die Tagesmütter melden ihre freien Kapazitäten an das Genossenschaftsbüro, wo auch die Anfragen von Firmen und Eltern eingehen, die nach einer Betreuung suchen. Angebot und Nachfrage werden unter Berücksichtigung von Ort und Arbeitszeiten möglichst passgenau zusammengeführt. Der Wohnort der Familie spielt dabei, anders als bei der Vermittlung über das Jugendamt, keine Rolle - ein Vorteil für die` zahlreichen Pendler in der Region.

Die Genossenschaft; die personell mit einer Geschäftsführerin, einer Sekretärin und einer pädagogischen Fachkraft ausgestattet ist, finanziert sich über eine Abgabe in Höhe von 17,5 Prozent vom Umsatz der Tagesmütter. Die Tarife sind einheitlich geregelt: Eltern, deren Arbeitgeber Mitglied der Genossenschaft ist, zahlen 6 Euro pro betreute Stunde, andere Eltern müssen mit 7,50 Euro pro Stunde rechnen.
Das Modell der Genossenschaft erfuhr gestern Lob von vielen Seiten. „Die Kindertagespflege braucht neue Modelle und finanzielle Ressourcen", betonte Renate Braun-Schmid, Vorsitzende des Tagesmütter- Bundesverbands. Die Rechtsform der Genossenschaft bringe die Betreuung in einen wirtschaftlichen Kontext und trage dazu bei, die Tagesmutter zu einem festen Berufsbild zu machen.

Auch die Tagesmütter, die den Sprung ins unbekannte Wasser gewagt haben, sind optimistisch. „Das ist etwas für engagierte Tagesmütter, die auch bisher schon auf Qualität Wert gelegt haben", erklärte Gabriele Bordne aus Mannheim-Seckenheim. „Es ist gut, dass die Genossenschaft Hausbesuche macht und Supervision anbietet, das gibt uns und den Eltern Sicherheit."

• Interessierte Eltern, Firmen und Tagesmütter erreichen die Familiengenossenschaft unter Telefon 0621/12987-41.




   

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