RNZ - Die Metropolregion tut viel für ihre Kinder

Das erkennt auch Bundes-Familienministerin Ursula von der Leyen unumwunden an - Gestern Besuch mit Barbara Waldkirch in Mannheim

11.01.07

Mannheim. Natürlich hatte die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen als guter Gast „Blumen" in Form lobender Worte in die Metropolregion mitgebracht. "Da sind Sie schon so etwas wie ein Trendsetter, wie Sie das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hier bei sich angehen", betonte sie gestern Abend während einer Veranstaltung in den Räumen der IHK Rhein-Neckar vor mehr als 300 Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Gemeint waren damit die vielfältigen Aktivitäten, die innerhalb der Region begonnen wurden, insbesondere die Arbeit des Forums für Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Familiengenossenschaft der Metropolregion Rhein-Neckar, in der sich länderübergreifend zertifizierte Tagesmütter zusammen geschlossen haben.

Die siebenfache Mutter kam direkt von der Einweihung einer Kinderkrippe bei der BASF und hatte dort wieder einmal erfahren, welche Sorgen und Nöte berufstätige Eltern umtreiben. „Kinder stören nicht im Arbeitsleben, sondern gehören mitten hinein in familienfreundliche Arbeitsverhältnisse", erläuterte sie. Dabei sei die Schaffung solcher Arbeitsplätze keine „Gutmenschaktivität" der Unternehmer, sondern kühles Kalkül. „Der Mitarbeiter kann seine optimale Leistung nur abrufen, wenn es ihm gut geht. Und es geht ihm nur gut, wenn es zu Hause stimmt: Wenn er oder sie weiß, meinem Kind geht es auch gut".

Die Ministerin zeigte drei wichtige Säulen auf, die als Voraussetzung gelten müssen, um die Kinderzahl in Deutschland wieder zu erhöhen. Da ist zunächst die materielle Absicherung. „Dazu haben wir das Elterngeld für das erste Jahr geschaffen", sagt sie. Auch wenn die beiden bezahlten Zusatzmonate, die es nur gibt, wenn das zweite Elternteil sie über nimmt, von Einzelnen als „Zwang zur Windel" diffamiert wurden: „Wir bieten damit 14 Monate Elterngeld von Seiten des Bundes an", erläutert sie.

Genauso wichtig sei es, ein modernes Netzwerk zu schaffen, das die Aufgaben der früheren Großfamilie, Nachbarschaft oder Verwandtschaft übernehme. Und schließlich müssten Arbeitsplatzangebote auf den Tisch, die es Eltern ermöglichten, trotz Kleinkind arbeiten zu gehen.

Wichtige Schritte auf diesem Weg gehen inzwischen zahlreiche Firmen in der Metropolregion, darunter auch die SAP aus Walldorf, deren Vorstandsmitglied Professor Claus Heinrich auch der neue Vorsitzende des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar ist.

Ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer Gesellschaft, in der die Kinderzahl nicht mehr zurück geht, sei allerdings auch eine veränderte Einsteilung. Damit auch Männer ihre Aufgaben in der Kindererziehung verstärken, müsse erst einmal in die Köpfe hinein, „dass Kindererziehung kein Gedöns ist", so die Ministerin. „Diese Denke muss sich ändern". Und noch etwas gebe es angesichts der Alterung unserer Gesellschaft zu bedenken: Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeute „nicht nur Sorge für die ganz Kleinen, sondern auch für die ganz Alten".

In Ludwigshafen hatte Ursula von der Leyen zuvor die bereits zweite Kinderkrippe der BASF eröffnet. Beim Chemiekonzerns stehen damit jetzt 60 Plätze für den Nachwuchs der Mitarbeiter zur Verfügung. Kinder von sechs Monaten bis drei Jahren können dort von 7 bis 18 Uhr betreut werden. Die Plätze für die Krippen vergibt eine Kommission.


Bild: Eintrag ins Gästebuch: Familienministerin Ursula von der Leyen (2. von rechts) mit Barbara Waldkirch (IHK), Petra Neureither (Forum Vereinbarkeit Beruf und Familie), Regina Pfriem (Metropolregion) undAndrea Kiefer (IHK) gestern in Mannheim im Haus der IHK.





   

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