Barbara Waldkirch von der Industrie- und Handelskammer Mannheim sprach ausführlich über das Thema der modernen Familienpolitik

GARTENSTADT: CDU-Ortsverband hat Barbara Waldkirch zu Gast / Firmen unterhalten Krippen und Hortplätze in der Nähe des elterlichen Arbeitsplatzes

29.11.06

Unternehmerin berichtet über moderne Familienpolitik in Mannheim

Barbara Waldkirch von der Industrie- und Handelskammer Mannheim sprach ausführlich über das Thema der modernen Familienpolitik.


Man müsse, betonte die Unternehmerin, mit seinem Einkommen seine Lebensqualität sichern. Dies gehe nur, wenn Arbeitnehmer sich wohl fühlten.
Waldkirch: "Aber immer mehr junge Familien wandern aus Mannheim ab. Dies muss gestoppt werden".

Dies geht ihrer Meinung nach allerdings nur, wenn sich Beruf und Familie besser vereinen lassen. Als besonders wichtig sah sie die Betreuung der Kinder an. Viele Arbeitnehmerinnen müssten bereits acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes an ihrem Arbeitsplatz zurück, da sie mit wich-tigen Projekten betraut seien.

BASF, Roche oder die MVV, um nur wenige Firmen zu nennen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, hätten Kindergrippen in der Nähe des Arbeitsplatzes geschaffen. Denn nur wenn sich die jungen Mütter nicht um Ihre Kinder sorgen müssten, könnten sie sich vollständig auf Ihre Arbeit konzentrieren.

Zusätzlich wurde eine Familiengenossenschaft gegründet, die durch die Firmen finanziert wird. Hier können sich Unternehmen einkaufen und ihren Arbeitnehmerinnen mit Kindern zwischen sechs Monaten und 14 Jahren eine Tagesmutter zur Verfügung zu stellen.

Diese Ausgaben, führte die Rednerin weiter aus, können die Firmen steuerlich geltend machen. Tagesmütter müssen eine Schulung mitmachen, die zwischen 60 und 160 Stunden geht. Das Jugendamt kontrolliert regelmäßig die Tagesmütter, ob die an sie gestellten Anforderungen eingehalten würden.

Bei der Familiengenossenschaft sind die Tagesmütter vollständig sozialversichert und erhalten ein regelmäßiges Einkommen, was auf dem "freien Arbeitsmarkt" nicht immer gewährleistet sei. Des weiteren gibt es für Kinder ein Ferienbetreuungsprogramm, da die Arbeitnehmer selten soviel Urlaubstage zur Verfügung haben, wie die Kinder Ferien. Die Firmen übernehmen zum Teil die Kosten, allerdings müssen auch die Eltern für einen Teil aufkommen. Anders als bei den Krippen, kann jedes Kind an diesen Ferienbetreuungsprogrammen teilnehmen.

Doch nur alleine mit diesen, mittlerweile zahlreichen Angeboten, könne man, so Waldkirch, weder die jungen Familien zum Hierbleiben bringen, noch die Metropolregion zum Zuziehen attraktiver machen. Viele Vermieter wollten in ihren Häusern keine Familien mit (kleinen)Kindern. Dies sei ebenfalls ein wichtiger Ansatzpunkt, an dem gearbeitet werden müsse.

Zu der Frage von Stadträtin Dorothea Beetz, ob es durch das Betreuungsangebot nun leichter für Frauen sei, einen Arbeitsplatz zu finden, antwortete Waldkirch mit einem klaren Nein. Obwohl Frauen die treueren Arbeitnehmer seien, müssten durch die Arbeitgeber viele Gesetze und Vorschriften beachtet werden, wenn schwangere Frauen dort beschäftigt sind. Dies sei vor allem für kleinere Unternehmen nicht leicht, da diese sich erst einmal mit Vorschriften vertraut machen müssten.

Ebenfalls ein großes Problem für die Gesellschaft seien die vielen jungen Mütter, die keine Ausbildung besitzen. Hierzu gibt es Informationen über die Betriebliche Ausbildung um Umschulung in Teilzeit bei der IHK, der Arbeitsagentur oder der Handwerkskammer Mannheim.

Mannheimer Morgen
29. November 2006

   

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