Sport-Frühschoppen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Dieter Reichardt und Barbara Waldkirch von der IHK

Reichardt sprach sich für einen sportlichen Solidarpakt in Baden-Württemberg aus

15.03.06

Mitglieder von Sportvereinen und Landesverbänden, die Sportkreisvorsitzende Edda Geisler und Barbara Waldkirch von der IHK trafen sich zum Gedankenaustausch beim ersten Sport-Stammtisch bei der Kanu-Gesellschaft Neckarau (KGN). Initiiert wurde das Treffen vom Landtagsabgeordneten Klaus Dieter Reichardt, der die Veranstaltung moderierte. Befragt nach den unterschiedlichen Erfolgen der deutschen Sportler im Winter- und Sommersport und welche Hilfe er gegebenenfalls von Stadt und Land erwarte, erklärte Rüdiger Harksen, Bundestrainer Leichtathletik bei der MTG: "Das Erfolgsrezept ist die Bündelung der besten Sportler und Trainer in einem Leistungszentrum".

Während Dinge in der Landeshauptstadt Stuttgart schnell umgesetzt würden, habe er das Gefühl, "dass Mannheim so ein bissel Zonenrandgebiet ist". Bis dato vermisse er auch ein klares Bekenntnis der Stadt zum Sport. "Es geht hier um die Tendenz, da haben wir in Mannheim Aufholbedarf", sagte Harksen. Detlev Hofmann, Bundestrainer der Kanuten, erklärte: "Jeder betont, wir sind eine Sportstadt beziehungsweise ein Sportland, und jeder ist froh über Präventionswirkung von Sport angesichts der steigenden Gesundheitskosten. Doch statt etwas für den Sport zu machen, wird praktisch alles runtergefahren".

Stadt und Land seien auch verantwortlich für den Sport. Wichtig sei außerdem eine sportartübergreifende Vernetzung. "Die Vereine müssen sich untereinander helfen, zum Beispiel wenn nicht genügend Sporthallen vorhanden sind, diese gegenseitig nutzen", sagte er. Auch Sport und Soziales könnten miteinander verknüpft werden, zum Beispiel indem Arbeitslose bei der Sanierung von Sportstätten mitarbeiten.

Bundestrainer Hofmann und Rainer Hildenbrand, Pressewart der KGN, dankten dem Landtagsabgeordneten, der wesentlich zur Sanierung des Landesleistungszentrums für Wassersport in Sandhofen beigetragen habe: "Dies wäre ohne Hilfe des Landes nicht möglich gewesen".

Als Verbandsvertreter bemängelte Professor Richard Möll, dass die ProKopf-Förderung in Baden-Württemberg zurückgegangen, dass die frühere Förderung durch Toto/Lotto der Deckelung zum Opfer gefallen und dass der Sportgeräte-Zuschuss weggefallen sei. Vereine, die teure Geräte brauchten, hätten dadurch ein "Riesenproblem". Besonders betroffen ist der TV Neckarau mit rund tausend Mitgliedern, darunter 700 Jugendliche, der in Mannheim-Süd fünf Hallen betreibt. "Es sind nicht nur die teuren Geräte, sondern die Stadt Mannheim will außerdem die Hallenmiete um 25 Prozent erhöhen, das würde für den TV Neckarau die Pleite bedeuten", erklärte der Vorsitzende, Michael Schwarz.

Georg Kiefer, Vorsitzender des KGN, würde gern durch Anschaffung zweier Drachenboote als zusätzliche Attraktion die seit vielen Jahren bei 220 bis 230 stagnierende Zahl der Vereinsmitglieder erhöhen. Allerdings könne die Kanu-Gesellschaft die Kosten (20 000 Euro) nicht aus eigenen Mitteln erbringen. Der Vorsitzende des benachbarten KSC Neckarau, Dr. Jürgen Kohl, bemängelte, "dass der Kanusport als naturverbundene Sportart oft in Konflikt mit Politikern gerät, die glauben, die Natur gehört ihnen und aufgrund von Behauptungen ohne Nachweis einfach Gewässer sperren".

Reichardt sicherte den Trainern, Verbandsvertretern und Vereinsvorständen seine Unterstützung zu durch Kontaktaufnahme mit den zuständigen Stellen. Der Landtagsabgeordnete sprach sich für einen sportlichen Solidarpakt in Baden-Württemberg aus, nämlich 100prozentige Vergabe bei der Sportstättenförderung vom Land an die Sportverbände. Ministerpräsident Günther Oettinger "sei besten Willens". Bei der bisherigen 50prozentigen Direkt-Vergabe an die Kommunen bestehe die Gefahr, dass das Geld "verwurschtelt" wird und nichts für den Sport übrig bleibt, erklärte Reichardt.

Mannheimer Morgen
15. März 2006

   

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