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IHK Vizepräsidentin Barbara Waldkirch initiiert Mittelstandsstipendien

18.07.08

"Wir Mittelständler brauchen genauso gute Leute wie die großen Unternehmen", sagt Thomas Steckenborn. Mittelständische Unternehmen böten tolle Jobs und schnellere und direktere Aufstiegschancen: "Aber was nützt einem das, wenn das keiner weiß? Man bewirbt sich schließlich nur bei einer Firma, die man kennt."

Steckenborn ist Vorstandsvorsitzender der Mannheimer Cema, Spezialist für Informationstechnologie, und Vizepräsident der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK). Gemeinsam mit der Verlegerin Barbara Waldkirch, ebenfalls IHK-Vizepräsidentin, und tatkräftiger Unterstützung der Hochschule Mannheim hat er eine Idee entwickelt: Der regionale Mittelstand wirbt bei den Fachhochschülern für sich, indem er ihnen ganz praktisch hilft: bei den Studiengebühren.

Das Mannheimer Modell Mittelstandsstipendien, einzigartig in Deutschland, ist simpel. Seit 2007 unterstützen die Unternehmer ausgewählte Studenten mit einem Stipendium, dass die neuerdings anfallenden Studiengebühren mit jeweils 1 000 Euro pro Jahr abdeckt. Bachelor-Anwärter fördern sie so maximal vier Semester lang, Master-Anwärter zwei Semester.

Ausgedacht hat sich das Ganze Barbara Waldkirch: "In der Debatte um die Studiengebühren fiel mir auf, dass die 500 Euro, die die Studenten künftig belasten würden, ein Betrag sind, den auch ein kleines Unternehmen stemmen kann." Bei kurzfristig anberaumten, unbürokratischen Arbeitsfrühstücken mit Steckenborn und Dietmar von Hoyningen-Huene, dem damaligen Fachhochschul-Präsidenten, wurde aus der Idee Wirklichkeit.

Bei seinen Kollegen im Mittelstand musste Steckenborn jedoch noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Dabei konnte er ihnen die Vorteile geradezu vorrechnen: "Die Besetzung einer Stelle kostet zwischen 6 000 und 15 000 Euro, wenn man die Recherche, die Vorauswahl, die Anzeigen und die Gespräche zusammenrechnet", argumentiert er. Da seien 500 Euro pro Semester nun wirklich nicht viel. "Und mit Hilfe des Stipendiums bekommt man Kontakt zu einem Studenten, kann ihn ohne jedes Risiko über ein Praktikum oder eine Diplomarbeit kennenlernen, und gleichzeitig erhält man noch einen Zugang zur Hochschule."

Mittlerweile ist die Hochschule Mannheim nicht mehr die einzige Ausbildungsstätte, der die Mittelstandsstipendien zugute kommen. Auch an die Universität Mannheim, Heidelberg oder die FH Ludwigshafen flössen inzwischen Stipendien, erzählt Mit-Initiator Steckenborn. Und: "Wir bekommen immer wieder Anfragen aus anderen Regionen, die unser Modell gerne nachahmen würden", sagt Career-Center-Leiter Fischer-Klimaschweski.

Aktuell haben die Mannheimer Mittelständler und die Hochschule 15 Stipendien neu ausgeschrieben, auf insgesamt 50 beläuft sich ihre Gesamtzahl. Aber Steckenborn akquiriert weiter: "Ich denke, 400 müssten wir schon zusammenkriegen."

   

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